Menschen, die mit herkömmlichen Hörgeräten ernsthafte Probleme haben was die gesundheitliche Zustände im Gehörgang und Mittelohr betrifft, haben die Möglichkeit, sofern es der HNO-Arzt befürwortet, sich das Knochenverankerte Hörgerät (BAHA = Bone Anchored Hearing Aid) anpassen zu lassen. Da es sich bei diesem Gerät um ein Sondergerät unter den Hörgeräten handelt, muss der Arzt mit der Krankenkasse Rücksprache halten, um die sehr hohen Kosten durch die  OPs und des Gerätes selber durch die Kasse abzudecken.

 


Hierbei müssen viele Voruntersuchungen vorgenommen werden um das BAHA optimal vom Arzt anpassen zu können. Unter anderem wird bei diesen Untersuchungen festgestellt, wo der Schädelknochen hinter der Ohrmuschel am stärksten ist. Dafür wird im Computertomographen (CT) der Schädel des Patienten genau vermessen um die richtige Stelle zu finden, an der das Implantat für das BAHA später eingepflanzt werden muss. Ebenso wird beim HNO-Arzt die Leitfähigkeit des Knochens geprüft, um eine gute Funktion des BAHAs zu gewährleisten, da die Schallwellen nicht mehr den Weg über den Gehörgang und das Mittelohr machen müssen, sondern direkt vom Knochen auf das Innenohr übertragen werden.


In der ersten OP wird die Titan-Schraube, auf der später die Distanzhülse geschraubt wird, für das BAHA eingepflanzt. Ein halbes Jahr später wird in der zweiten OP die Haut um dem Gewindezapfen (Fixtur), der aus dem Knochen herausschaut, bis auf den Knochen ausgedünnt. Das ist nötig, um die Schallübertragung vom BAHA über das Implantat nicht zu beeinträchtigen. Sobald die zweite OP abgeschlossen ist, wird die Distanzhülse aufgeschraubt, in der dann das BAHA eingehängt, befestigt wird. Schliesslich wird dann das BAHA beim Hörgeräteakkustiker angepasst und der Patient  verschiedenen Hörtests unterzogen um festzustellen, inwiefern sich das Hörvermögen für den Patienten verbessert hat.

Zum Vergleich wird ein Hörtest ohne das BAHA gemacht um die Differenz zu ermitteln. In den allermeisten Fällen ist das Hörvermögen mit dem BAHA nahezu bei hundert Prozent was dem normalen Hören gleichkommt. So wie das konventionelle Hörgerät immer mit 2 Geräten (rechts und links) angepasst wird, muss auch das BAHA mit 2 Geräten angepasst werden. Ansonsten besteht die Gefahr, daß die Leistung des gesunden Ohres abschwächt. Bei sportlichen Aktivitäten sollte das BAHA gesichert werden mit einer sogenannten Sicherheitsschnur oder im besseren Fall, abgenommen werden um eine Beschädigung oder gar Verlust des Gerätes zu vermeiden. Ebenso bedarf die Haut um die Fixtur besonderer Pflege, da sie nicht mehr die Eigenschaften einer gesunden Haut hat. Die Haut ist ständig in Bewegung um die Fixtur und muss im Zweifelsfall vom Arzt behandelt werden.

 

Zwei verschiedene BAHAs

 

Das BAHA Classic 300

Das BAHA Comfort

(neueres Modell)

Plastikeinsatz mit O-Ring

Das Einsetzen des BAHA Comfort

Die Distanzhülse mit eingesetztem Plastikeinsatz

Links ist die Schnappkupplung zu sehen

Links im Bild ist die Bajonettkupplung zu sehen

Das BAHA Comfort ist 1/3 kleiner als das BAHA Classic 300

 

 

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